
Weisheitszähne: Die späten Nachzügler
Die Weisheitszähne brechen als letzte Zähne durch – meist zwischen dem 16. und 25. Lebensjahr, manchmal nie. Bei vielen Menschen ist im Kiefer schlicht nicht genug Platz für die vier Nachzügler.
Liegen sie schief, teilweise oder vollständig im Kieferknochen verborgen, können sie Probleme verursachen: von Entzündungen über Schäden am Nachbarzahn bis zu Verschiebungen der Zahnreihe.
Wann Weisheitszähne Probleme machen
Typische Beschwerden sind wiederkehrende Entzündungen des Zahnfleischs über dem durchbrechenden Zahn, Schwellungen, Schmerzen beim Kauen und eingeschränkte Mundöffnung. Teilweise durchgebrochene Weisheitszähne bilden Schmutznischen, die sich kaum reinigen lassen – Karies und Entzündungen sind vorprogrammiert.
Auch ohne akute Schmerzen können verlagerte Weisheitszähne den Nachbarzahn schädigen oder Zysten bilden. Eine Panorama-Röntgenaufnahme zeigt, wie Ihre Weisheitszähne liegen.
Müssen alle Weisheitszähne raus?
Nein. Weisheitszähne, die vollständig und gerade durchgebrochen sind, gut gepflegt werden können und keine Beschwerden machen, dürfen bleiben. Die Entscheidung treffen wir individuell nach Lage, Platzverhältnissen und Ihrem Beschwerdebild.
Empfohlen wird die Entfernung bei wiederkehrenden Entzündungen, Karies am Weisheitszahn oder Nachbarzahn, Verdrängungseffekten, Zystenbildung oder wenn eine kieferorthopädische Behandlung gefährdet würde.
So läuft die Entfernung ab
Die Entfernung erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung – Sie spüren Druck, aber keinen Schmerz. Je nach Lage wird der Zahn gezogen oder über einen kleinen Zahnfleischschnitt freigelegt und schonend entfernt. Der Eingriff dauert pro Zahn meist nur wenige Minuten.
Ängstlichen Patienten begegnen wir mit Ruhe und Zeit. Die Wunde wird vernäht, die Fäden werden nach etwa einer Woche entfernt.
Heilung: Die ersten Tage richtig gestalten
Nach dem Eingriff sind Schwellung und Wundschmerz für einige Tage normal. Kühlen Sie konsequent von außen, verzichten Sie auf Sport, Nikotin, Kaffee und Alkohol und spülen Sie den Mund in den ersten Tagen nicht kräftig aus – der Blutpfropf in der Wunde ist der natürliche Wundverband.
Weiche, kühle Kost ist ideal. Bei zunehmenden Schmerzen ab dem dritten Tag, Fieber oder anhaltender Schwellung melden Sie sich bitte umgehend bei uns.
Der richtige Zeitpunkt
Wenn eine Entfernung absehbar nötig ist, gilt: je jünger, desto unkomplizierter. Bei jungen Erwachsenen sind die Wurzeln noch nicht voll ausgebildet und der Knochen ist elastischer – Eingriff und Heilung verlaufen deutlich leichter.
Lassen Sie Ihre Weisheitszähne einmal beurteilen, bevor sie Beschwerden machen. In der Kontrolle besprechen wir, ob und wann Handlungsbedarf besteht.